Revolutionär Sozialistische Organisation

Die Muslimbrüderschaft: Echte Gefahr oder Schreckgespenst?

Sonnabend 5. Februar 2011

„Wer weiß, was bei den Protesten herauskommt? Am Ende kommen die Muslimbrüder an die Macht!“ Dieses Argument wird von vielen Politikern und Medien wiederholt. Damit werden Zweifel gesät, ob die Revolution in Ägypten wirklich unsere Sympathie verdient und die heuchlerische Haltung des Westens („im Prinzip für Demokratie, aber …“) wird so gerechtfertigt. Auch Mubarak selbst hat seine Diktatur und den Ausnahmezustand gern mit Verweis auf das Schreckgespenst Muslimbrüderschaft begründet.

Die Muslimbrüder vertreten eine reaktionäre religiöse Ideologie. Auch wenn sie viel von Demokratie reden, fordert ihr politisches Programm von 2007, dass nur männliche Muslime Präsident werden dürfen. Und trotz der sozialen Projekte, die der Muslimbrüderschaft Unterstützung unter den armen Schichten verschafft haben, steht sie voll und ganz hinter dem kapitalistischen Ausbeutungssystem. Von den wenigen superreichen Familien Ägyptens, die die Wirtschaft beherrschen, soll ein Drittel zur Muslimbrüderschaft gehören. Die Bruderschaft kontrollierte Schätzungen zufolge schon in den 80er Jahren Unternehmenskapital von über 10 Milliarden US-$.

Diese Brüder sind also in der Tat ein nicht zu unterschätzender Feind für die ägyptische arbeitende Bevölkerung. Doch das beste Mittel gegen die Muslimbrüderschaft besteht gerade im Sieg der Revolution! Die grausame Unterdrückung durch das Mubarak-Regime hat der Brüderschaft Achtung verschafft. Die jetzigen Proteste, bei denen Muslimbrüder eine völlig untergeordnete Rolle spielen, lässt die Muslimbrüderschaft links liegen!


Marx
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