Revolutionär Sozialistische Organisation

Deutsche Bahn: Gewinne auf Kosten der Sicherheit

Sonnabend 5. Februar 2011

Beim schrecklichen Zugunfall bei Hordorf (Sachsen-Anhalt) haben Polizei und Politiker schnell nach einem Buhmann gesucht … und den Lokführer des Güterzuges gefunden.

Dabei würde es sich lohnen, die Bahnunternehmen genauer unter die Lupe zu nehmen. Zig Firmen tummeln sich auf der Strecke. Die beiden Unglückszüge gehörten unterschiedlichen Privatbahnen. Wie alle Bahnunternehmen sind sie nur unterwegs, um Gewinne zu machen. Deshalb sind auch Sicherheitsmängel an Zügen weit verbreitet. 2009 schlug das Eisenbahnbundesamt Alarm, weil offenbar Tausende Güterzüge Risse an Radachsen und andere Mängel hatten.

Für Gleise und Signale ist die Bahn- Tochter DB Netz AG verantwortlich. Die vielbefahrene Strecke bei Hordorf hat dort, wo der Unfall passierte, nur ein Gleis für beide Richtungen. Züge müssen aufeinander warten. Doch die Technik erinnert an Dampflokzeiten, obwohl es ist ein alter Hut ist, an Signalen Magnete einzubauen, die den Zug zwangsweise bremsen, falls der Lokführer bei Rot fährt. DB Netz hat sich das gespart. Dabei hat DB Netz im Jahr 2009 über eine Milliarde Euro Gewinn an den Konzern weitergeleitet. Viel Geld… investiert in Sicherheitstechnik hätte es zehn Leben gerettet.

Sie sparen die Züge kaputt - und die Bahner auch

Auch wenn der Lokführer bei Rot gefahren ist, keinen Bahner würde es wundern, wenn er völlig übermüdet und gestresst war. Alle Bahnunternehmen sind groß darin, Arbeitszeiten zu „optimieren“ und übertrumpfen sich gegenseitig. Schichtanfang und -dauer wechseln bei Lokführern ständig, gearbeitet wird bis zu 12 Stunden, jede kleine Pause wird rausgerechnet.

Deshalb fordern Bahner schon lange Tarifverträge mit Mindeststandards bei allen Bahnunternehmen. Die Lokführer der Gewerkschaft GDL wollen in erster Linie bessere Schichtregelungen, Sicherung ihrer Arbeitsplätze, auch wenn der Staat Strecken an eine Privatbahn vergibt und Absicherung, wenn sie nach Jahren stressiger Arbeit nicht mehr fahrtauglich sind.

Aber Veolia, DB und die anderen sind dazu nicht bereit. Deshalb hat die GDL am 3. Februar Streiks beschlossen. Wenn die Bahner den Streik gut organisieren und sich nicht auf kleine symbolische Aktionen beschränken, können die Bahnunternehmen gezwungen werden, die Forderungen zu akzeptieren. Das wäre auch eine Sicherheitsmaßnahme – für Bahner und für Fahrgäste!


Marx
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