Revolutionär Sozialistische Organisation

Die Lokführer sind am Zug

Sonntag 6. März 2011

Schon 7 Monate warten die 26.000 Lokführer auf das Ergebnis der Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft GDL, der Deutschen Bahn AG und den privaten Eisenbahnunternehmen.

Die Lokführer fahren Tag und Nacht. Sie arbeiten in Schichtsystemen ohne festen Rhythmus, mehr als 10 Stunden, mit kurzen Ruhezeiten zwischen den Schichten. Aus Sicherheitsgründen müssen sie gesund sein. Wenn mit dem Alter und dem Stress die gesundheitlichen Probleme kommen, haben die Bahnunternehmen jedoch keine Skrupel, die fahruntauglichen Lokführer ohne Absicherung abzuschieben. Mit der Privatisierung hat die Zahl privater Bahnunternehmen und Billigtochterunternehmen zugenommen. Auf wessen Kosten dieser Wettbewerb geht, haben die letzten Jahre gezeigt: Lokführer bei Privatbahnen verdienen 500 netto weniger als bei der DB und haben schlechtere Arbeitsbedingungen. Für die Fahrgäste steigen die Ticketpreise. In Berlin gibt es wegen der Sparmaßnahmen seit 2 Jahren S-Bahn-Chaos.

Die Lokführer haben die Nase voll. Ende Februar/Anfang März gab es erste Warnstreiks. Am 7. März endete die Urabstimmung. Bei den Warnstreiks waren nicht nur Lokführer der GDL,sondern auch von der anderen Bahngewerkschaft EVG dabei. Obwohl hier und da Chefs aus den Büros als Streikbrecher eingesprungen sind, hatten die DB und die anderen Privatunternehmen den Laden nicht mehr im Griff. Die Warnstreiks haben viele Aufsichten, Zugbegleiter und andere vom stationären Bereich mit einem Lächeln und einer gewissen Genugtuung betrachtet. Denn das Bedürfnis, sich endlich mal gegen die Schweinereien der Chefs zu rächen, haben sie auch. Sie sind genauso wie die Lokführer von Lohndumping durch Privatfirmen und Billigtöchter betroffen. Daher haben sie auch ganz ähnliche Forderungen durchzusetzen. Hierfür ist der Streik das einzige Mittel und es wird Zeit, gerade auch im Kampf die Gewerkschaftsgrenzen zu überwinden.

Um sich gegen die Bahnkonzerne durchzusetzen, ist ein entschlossener Streik nötig, der nicht nach ein paar Stunden wieder vorbei ist, und der immer mehr Bahner mitreißen kann. Die Urabstimmung hat den Weg dafür frei gemacht. Auch die nötige Streikbereitschaft für einen Erfolg ist da. Und ein Erfolg der Bahner könnte auch die Arbeitenden anderer Branchen anstecken!


Marx
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