Revolutionär Sozialistische Organisation

Afghanistan: Was die Medien nicht sagen

Dienstag 12. April 2011

Nachdem ein rechtsextremer amerikanischer Priester vor dreißig Leuten eine Ausgabe des Koran verbrannt hat, haben seine muslimischen Gegenstücke in Afghanistan zum Sturm auf ein UN-Büro gerufen und dabei mindestens sieben Mitarbeiter aus Europa und Nepal umgebracht. Das zumindest erzählen uns die Medien.

Sicher: die Taliban und andere reaktionäre Muslime nutzen Aktionen wie die Koranverbrennung, um die Menschen für ihre „Ideen“ zu gewinnen. Aber so einfach wie unsere Medien es machen, ist es nicht: Es ist nicht nur die Wut über die Schändung eines heiligen Buches – es ist auch die Wut der Afghanen über die westlichen Truppen im Land, die dort Menschen ermorden: nicht nur die Killerteams der US-Armee, die vorsätzlich Zivilisten gefoltert und ermordet haben, auch die Bundeswehr. Warum wohl sind im letzten Jahr insgesamt 140 deutsche Scharfschützen in der Region gewesen? Warum wohl erfährt man nichts über ihre „Ziele“ und ihre Opfer? Und warum sagt man nicht, dass die „UN-Mitarbeiter“ auch allesamt Militärs waren?

So wie den Taliban die Koranverbrennung nutzt, so nutzt der Überfall auf die UN den westlichen Staaten und ihrer Besatzungspolitik.


Marx
Startseite | Kontakt | Sitemap | Redaktion | Statistiken | Besuche: 261137

Aktivitäten verfolgen de  Aktivitäten verfolgen Archiv unserer Zeitung  Aktivitäten verfolgen Nr. 48 - April 2011   ?

Realisiert mit SPIP 2.1.30