Revolutionär Sozialistische Organisation

„Gleiche Arbeitsbedingungen, gleicher Lohn, gleiche Qualifikation!“

Dienstag 12. April 2011

Dafür haben die Lokführer in den letzten Wochen gestreikt. Sie wollen offensiv gegen die Kürzungen und Einschnitte vorgehen, die sie seit der Privatisierung der Bahn hinnehmen müssen. Immer mehr Privatbahnen und Leiharbeitsfirmen tummeln sich inzwischen auf der Schiene.

Konkurrenz und Wettbewerb richten sich gegen die Arbeiter: Subunternehmen, Ausgliederung, Leiharbeit, entsprechend niedrige Löhne … Wer kennt nicht Ähnliches aus seinem eigenen Betrieb? Die Lokführer fordern einen einheitlichen Flächentarifvertrag für alle und volle Absicherung bei Fahruntauglichkeit.

Ein gemeinsamer Streik, der die volle Kraft der Arbeitenden entfaltet, das klingt richtig gut. Und tatsächlich beteiligten sich auch Kollegen, die nicht in der Lokführergewerkschaft GDL organisiert sind, an den Streiks.

Was macht die GDL?

Dem gegenüber steht eine GDL-Führung, die zwar kämpferisch klingt, sich aber auf die Verhandlungstaktik der Konzerne einlässt und den Juristen die Entscheidung überlässt, welche Streikmaßnahmen „verhältnismäßig“ seien.

Die Unternehmen wollen die GDL in Einzelverhandlungen verstricken. Und das gelingt ihnen: Ein paar hundert Lokführer im privaten Güterverkehr haben als erste einen separaten Tarifvertrag erhalten. Und bei den letzten Streiks waren nur noch ein paar Hundert Lokführer aus dem privaten Nahverkehr aufgerufen. Die GDL entschied, während der Verhandlungen mit den Bahnunternehmen DB und Keolis dort nicht weiter zu streiken. Viele Bahner fragen sich: Was wird rauskommen? Was wird eigentlich verhandelt? Und was steht in der neuen Vereinbarung mit der DB? Durch die Geheimnistuerei ist aus der entschlossenen Stimmung in den Streiks abwartender Stillstand geworden.

Wenn es um die Durchsetzung der Forderungen geht, dann gibt es kein anderes Mittel, als wieder eine gemeinsame und starke Streikbewegung loszutreten. So wie Einige sagten: „Los kommt! Jetzt ziehen wir durch, bis sie darum betteln, den Tarifvertrag unterschreiben zu dürfen.“


Marx
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