Revolutionär Sozialistische Organisation

"Wir wollen Arbeit und echte Demokratie"

Montag 6. Juni 2011

Unter dieser Forderung versammeln sich seit fast drei Wochen überall in Spanien Menschen, um gegen die Krise und die weit verbreitete Korruption zu kämpfen. Vor allem junge Menschen gehen auf die Straße und bauen auf vielen öffentlichen Plätzen Zelte auf.

Die Wut sitzt tief. In den letzten Monaten gab es bereits verschiedene Streiks und Demos. Seit der sogenannten Wirtschaftskrise und dem Ende des Baubooms in Spanien steckt das Land in einer tiefen Krise. Bankenrettungspakete kosteten das Land Milliarden. Jetzt soll die Bevölkerung dafür bezahlen.

Die spanische Regierung hat ein strenges Sparprogramm beschlossen. 15 Mrd. Euro sollen jährlich eingespart werden. Dies beinhaltet die Kürzung der Gehälter von Beamten und Staatsangestellten, Kürzung an Ausgaben für Bildung und Gesundheit, die Erhöhung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre und die Verringerung der Dauer des Arbeitslosengeldes. Da die Arbeitslosenquote bei 20% liegt, bei Jugendlichen sogar bei rund 40%, ist dies eine Kürzung, die fast jede spanische Familie betrifft. Und wer Arbeit findet, verdient meist nicht viel. Der Durchschnittslohn liegt in vielen Teilen des Landes bei 600 Euro, besonders die Jugend verdient meist nicht mehr als 400 Euro. Und das Ganze angesichts von Lebenserhaltungskosten, die den Deutschen sehr ähnlich sind.

Die Zeltlager auf den Plätzen der Städte dienen der Organisation und der Selbstverwaltung der Protestierenden. Täglich werden Versammlungen abgehalten und dort wird beraten wie es mit den Protesten weitergehen soll. In Madrid ging es sogar so weit, dass Anwohner aller Alters- und Gesellschaftsgruppen in 41 Stadtteilen und 80 Gemeinden in Versammlungen zusammenkamen. Sie wählten Delegierte, die sich auf dem zentralen Platz Madrids, den Puerta del Sol, versammelten.

Ihre zentralen Forderungen sind: „Schluss mit der Korruption und der Arbeitslosigkeit.“ Darüber hinaus fordern sie ein demokratischeres Wahlgesetz.

Viele wissen, dass sie nicht dauerhaft auf den Plätzen Spaniens verweilen können und machen sich Gedanken, wie es weiter gehen kann. Doch noch hat die Bewegung nicht dazu geführt, dass sich die Arbeiter den Protesten anschließen und streiken. Nur so könnte verhindert werden, dass die Bevölkerung für die Krise zahlen muss.


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