Revolutionär Sozialistische Organisation

10 Jahre Krieg, Zerstörung und Tod

Dienstag 25. Oktober 2011

2001 nutzte die US-amerikanische Regierung die Anschläge vom 11. September, um Afghanistan mit Krieg zu überziehen. Die deutsche Regierung bekundete innerhalb weniger Tage ihre Unterstützung und erhielt dafür die Zustimmung von SPD, CDU, FDP und Grüne. Der damalige Kanzler Schröder erzählte uns, dass der Kampf gegen den Terrorismus geführt werden müsse. Es gehe um die Verteidigung von Freiheit und Menschenrechten.

Krieg gegen die ganze Bevölkerung

Nun, 10 Jahre später, versucht man uns weiszumachen, dass die internationalen Truppen in Afghanistan gute Dienste leisten bei Aufbau und Entwicklung. Doch die Verwüstungen des Krieges sind offensichtlich. Die große Mehrheit in Deutschland war von Anfang an gegen den Krieg und das hat sich nicht geändert. Aber der Krieg geht weiter, schlimmer noch, er hat sich ins Nachbarland Pakistan ausgeweitet. Das US-Militär plant, bis 2020 zu bleiben; die Bundeswehr mindestens bis 2014.

Die Bilanz des „Krieges gegen den Terror“ ist ein ungeheures Ausmaß an Zerstörungen – sowohl in Afghanistan als auch im Irak. Die Lage der afghanischen Bevölkerung hat sich in den 10 Jahren nicht zum Positiven entwickelt. Dörfer und Familien werden Ziele von Bomben und Maschinengewehren. Aber von den zivilen Opfern wird selten geredet. Eine offizielle Statistik fehlt. Hilfsorganisationen schätzen, dass bereits 100.000 Afghanen getötet wurden. Über 2 Mio. Menschen sind auf der Flucht. 77 % haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Jeder vierte Mensch in Kabul hat keine feste Winterunterkunft. Der Gesundheitszustand in Afghanistan gehört zu den schlechtesten der Welt. Die Lebenserwartung liegt bei nur 42 Jahren. Jedes fünfte Kind erlebt nicht seinen fünften Geburtstag.

Der frühere Ruf Afghanistans als Hauptanbaugebiet für Schlafmohn und Heroin ist geblieben. 92 % des weltweit produzierten Heroins kommen aus Afghanistan. Auch im Norden, wo die Bundeswehr stationiert ist, wird dieses Jahr erstmals in großem Stil geerntet.

Die Hilfsorganisation HRW hat gerade veröffentlicht, dass US-Streitkräfte und afghanische Regierung für den „Kampf gegen Aufständische“ gerade auch im von der Bundeswehr kontrollierten Norden Hunderte bewaffnete Gruppen aufgebaut haben. Sie sind praktisch straflos und verschärfen die Unsicherheit für die Bevölkerung.

10 Jahre Krieg wofür?

Auch für 56 Bundeswehrsoldaten hat der Krieg den Tod gebracht. Hunderte Soldaten wurden verletzt und leiden unter psychischen Traumata.

Und der Krieg hat gigantische Summen verschlungen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung schätzt in einer aktuellen Studie, dass 10 Jahre Bundeswehreinsatz in Afghanistan 17 Mrd. Euro gekostet haben, Tendenz steigend. Bis 2014 können es 35 Mrd. sein. Der gesamte „Krieg gegen den Terror“ hat bereits mehr als 4 Billionen Dollar verschlungen.

Der Krieg bringt nicht nur Tod und Zerstörung – sondern auch ordentlich Profit für eine kleine Minderheit von Bankern und Managern großer multinationaler Unternehmen, die als Finanziers, Waffenhersteller, Rohstoffproduzenten oder Logistikunternehmen ordentlich Kasse machen. Mit dabei sind deutsche Firmen wie Siemens, DaimlerChrysler, Hochtief und Thyssen-Krupp, die von der liberalen Wirtschaftspolitik der afghanischen Regierung profitieren und sogar bei Projekten, die als „Entwicklungshilfe“ finanziert werden, verdienen. Diese kleine Minderheit – die Kapitalistenklasse – reißt sich soviel wie möglich von der gesamten Welt unter den Nagel. Dafür wird dieser Krieg geführt.

Wenn wir uns organisieren, können wir Kriege beenden

Und genau diese Klasse ist es auch, die hier in Deutschland, in anderen Ländern Europas und den USA gegen die arbeitende Bevölkerung vorgeht. Ihre „Waffen“ hier sind Entlassungen, Lohnkürzungen, Kürzungen der Sozialleistungen und Öffentlichen Dienste, um ihre Profite zu retten. Immer mehr Menschen empfinden auch das als Kriegserklärung und wollen es nicht weiter hinnehmen.

Die Hunderttausenden, die seit Wochen demonstrieren und streiken, zeigen uns, dass wir – die Mehrheit – Möglichkeiten haben, gegen den Terror der kleinen sehr reichen Kapitalistenklasse vorzugehen. Sie rufen: „Wir sind die 99 %!“ Und sie haben Recht mit diesem Slogan. Ja, es ist dringend nötig, dass die Masse der arbeitenden Menschen zusammenkommt und zeigt: „Genug ist genug!“


Marx
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