Revolutionär Sozialistische Organisation

„…am besten, alle zusammen“: Für höhere Löhne!

Montag 20. Februar 2012

Wer wichtige Arbeit macht und wer nicht…

…das merkt man dann, wenn die Arbeit nicht mehr gemacht wird, wie die der BVGler im Warnstreik letzten Samstag in Berlin. Übrigens hat noch jemand am Samstag nicht gearbeitet: Ex-Bundespräsident Wulff, über den die Medien so gerne so viel gesprochen haben, weil das von wichtigen Dingen ablenkt… Ob er auch wichtige Arbeit geleistet hat? Zu merken war sein Abgang jedenfalls nicht. Anders bei den BVGlern: Keine U-Bahn, keine Busse und Straßenbahnen von 4 Uhr früh bis 19 Uhr. Da sieht man, wie wichtig die Arbeit von 5.000 BVG-Fahrern für die Stadt ist.

„Pro Monat 1.250 Euro netto...

Die BVGler hatten die letzte Lohnerhöhung 2008. Nach einem Streik erhielten sie rund 4,5% mehr. Das war ein Ausgleich für die Inflationsrate der Jahre davor. Alleine im letzten Jahr war die Inflationsrate bei 2,3%. Viele Busfahrer, besonders die jüngeren, die zu den abgesenkten Bedingungen eingestellt werden, verdienen 1.250 Euro netto. Zu wenig, in Anbetracht der gestiegenen Preise.

Der Job ist anstrengend dazu und verlangt ständig volle Aufmerksamkeit. Die BVG hat in den letzten Jahren die Daumenschrauben angezogen. Die Schichteinsätze und Pausenregelungen wurden verschlechtert; teilweise 6 Tage fahren am Stück, mit bis zu 8 Stunden 15 Minuten reiner Fahrtzeit pro Schicht. Zwei kurze Schichten am Tag mit unbezahltem Rumhängen dazwischen gehören zum Alltag.

… das ist einfach zu wenig“

Viele beim Warnstreik sind der Meinung: Das geht so nicht weiter. Sie lassen sich nicht vorrechnen, die BVG schreibe rote Zahlen. Na und? Muss denn eine so wichtige Sache wie der öffentliche Transport unbedingt Profit abwerfen? Und in welche schwarzen Löcher verschwinden denn jeden Monat die Millionen, die die Fahrgäste abdrücken müssen, oder vom Staat gezahlt werden?

Die BVG-Chefin Nikutta verdient pro Jahr 230 bis 300 Tausend Euro pro Jahr – das zehnfache eines BVG-Fahrers. Im weihnachtlichen Rundschreiben an die BVGler schrieb sie danke danke danke für die tolle Arbeit… Jetzt wollen die BVGler eine dringend verdiente Lohnerhöhung, und Nikutta verweist auf rote Zahlen. Ihr Lohnerhöhungs-Angebot ist eine Frechheit. Ein armseliges Spiel!

Einige Fahrer meinten, 300 Euro mehr Lohn wären nötig. Das wären dann etwas über 1.500 Euro netto. Ist das zuviel für einen Vollzeitjob? Verdi erklärt, 5% Prozent in zwei Stufen verteilt auf zwei Jahre wären ok. Aber 2,5% pro Jahr - das würde doch nichts ändern!? Das wäre weniger als ein Inflationsausgleich. Es ließe sich mehr rausholen, wenn die BVGler das entschlossen von der BVG einfordern würden.

Ein entschlossener Haufen: Die Lotsen in FFM

In Frankfurt am Main streiken 200 Vorfeldlotsen ebenfalls für Lohnerhöhungen. Die haben Mut, und wir wünschen ihnen Erfolg. Wie üblich hetzen die Medien: Die Lotsen würden sowieso schon zu viel verdienen… Das ist nicht wahr. Geld dafür ist genug da… in gut gefüllten Taschen einer reichen Minderheit.

Letztens haben auch mehrere Tausend Metaller in München und Würzburg ihrer Verärgerung Luft gemacht. Kein Zufall, dass viele junge Leute dabei waren. In der Tarifrunde geht es nicht nur um höhere Löhne für Stammmbeschäftigte und Leiharbeiter, sondern auch die unbefristete Übernahme der Azubis.

Überall dieselbe Situation…

Alle wissen, wie überall die Löhne abgesenkt werden und die Arbeitsbedingungen verschlechtert werden. Die auf Profit getrimmten „ehemaligen“ Staatsunternehmen wie Bahn, S-Bahn, Krankenhaus Charité sind Vorreiter… Gleichzeitig wird die Zersplitterung erhöht durch Umstrukturierung. So wird es den Arbeitenden absichtlich schwerer gemacht, zu sehen, dass das die große Mehrheit betrifft, wie sie sich wehren können, und dass sie gemeinsam eine große Kraft haben.

…braucht eine gemeinsame Antwort

Die Kapitalisten und ihre Vertreter im Bundestag wollen auch in Zukunft weiter die Arbeits- und Lebensbedingungen verschlechtern. Das ist Klassenkampf von oben. Die Wut dagegen wächst. Eine Antwort der Arbeitenden – in ihrem eigenen Interesse und dem ihrer Kinder – ist dringend nötig. Wer heute schon anfängt, Kontakte zu knüpfen, und zukünftige Gegenwehr vorzubereiten, kann darauf rechnen, nicht alleine zu bleiben. Unter den Streikenden der BVG wünschten sich nicht wenige, dass die S-Bahner mitgemacht hätten, dass hätte noch mehr Druck aufgebaut.

Die Beschäftigten im Transportbereich haben einen Anfang gemacht. Es geht darum, dass der Funke überspringt für eine größere Mobilisierung für Lohnerhöhungen.


Marx
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