Revolutionär Sozialistische Organisation

60 Jahre Israel... und kein Frieden in Sicht!

Dienstag 20. Mai 2008

Während der Staat Israel sein 60-jähriges Gründungsjubiläum feiert, gedenken die Palästinen-serinnen und Palästinenser der Katastrophe, die vor 60 Jahren über sie hereinbrach. Und zugleich gab es neue Gewalt, die zeigt, dass die israelisch-palästinensische Tragödie nach wie vor in einer Sackgasse steckt.

Was geschah vor 60 Jahren? Nur wenige Jahre nach der Massenvernichtung europäischer Ju-den durch Nazi-Deutschland wurde ein jüdischer Staat in Palästina gegründet, der in den Au-gen vieler Jüdinnen und Juden endlich eine sichere Zuflucht und Heimat bieten sollte. Doch die zionistische Führung begründete den neuen Staat durch die Vertreibung der ansässigen pa-lästinensischen Bevölkerung. 700.000 Menschen wurden damals innerhalb kurzer Zeit aus ih-ren Häusern und Dörfern vertrieben. An eine Rückkehr oder auch nur ein normales Leben ist für sie und ihre Nachfahren auch 60 Jahre später nicht zu denken.

Der neue Staat Israel ließ sich darauf ein, das kolonialistische Erbe Großbritanniens in Paläs-tina anzutreten. Den ehemaligen Kolonialmächten und der neuen Großmacht USA war es Recht, in der ölreichen arabischen Welt einen Staat zu haben, der auf Gedeih und Verderb von westlicher Unterstützung abhing, da er sich sämtliche arabischen Nachbarn zu Feinden ge-macht hatte. Und so wurde Israel nach der leidvollen geschichtlichen Odyssee des Judentums kein friedlicher und sicherer Hafen, sondern ein waffenstarrender Militärstaat, der trotz aller brutalen Unterdrückung des palästinensischen Widerstands nicht einmal Sicherheit für die ei-gene Bevölkerung schafft. Dafür wurden die jüdischen Israelis in ein Volk von unfreiwilligen Gefängniswärtern verwandelt. Das zeigt am deutlichsten der dicht bevölkerte Gazastreifen, in dem die Palästinenser eingepfercht sind und durch Israels Abriegelungspolitik regelmäßig von allem Lebensnotwendigen abgeschnitten werden.

Der Israel-Palästina-Konflikt ist eng verwoben mit anderen Konflikten im Nahen und Mittle-ren Osten. Von Afghanistan über Iran und Irak bis zum Libanon und Israel ist der Krisenbo-gen gespannt. Im Libanon, einem Nachbarstaat Israels, sind zu Pfingsten die heftigsten Kämp-fe seit Ende des Bürgerkriegs 1990 aufgeflammt. Dort bekriegen sich die mit der USA und dem Westen verbündete Regierung und die von Iran und Syrien unterstützte Hisbollah. Die aktuelle Krise wurde durch den Krieg Israels gegen Libanon vor zwei Jahren angeheizt. Dabei hatte Israel die duldende Unterstützung der westlichen Welt. Den westlichen Großmächten geht es darum, die ganze Region unter Kontrolle zu halten und ihre Bodenschätze auszubeu-ten. Aufgrund dieser imperialistischen Interessen werden Kriege geführt wie in Afghanistan und im Irak, wird mörderischer religiöser Hass angestachelt wie im Libanon, werden korrupte Diktaturen unterstützt und wird nicht zuletzt Israel mit Waffen gegen die palästinensische Be-völkerung ausgerüstet. Die Menschen im Nahen und Mittleren Osten haben dafür lang genug den blutigen Preis gezahlt!


Marx
Startseite | Kontakt | Sitemap | Redaktion | Statistiken | Besuche: 242599

Aktivitäten verfolgen de  Aktivitäten verfolgen Archiv unserer Zeitung  Aktivitäten verfolgen Nr. 20 - Mai 2008   ?

Realisiert mit SPIP 2.1.29