Revolutionär Sozialistische Organisation

Neue deutsche Entlassungswelle

Mittwoch 21. November 2012

Wer in den letzten Wochen die Presse verfolgt hat, der hörte immer wieder, dass es Deutschland gut geht. Die deutschen DAX Unternehmen machten soviel Umsatz wie noch nie in der Geschichte, die Arbeitslosenzahlen sind konstant niedrig und Deutschland steht nicht vor einer Rezession. Die Politiker sagen, dass die Krise hier nicht existiert und alles in bester Ordnung sei. Sie zeigen immer wieder mit dem Finger nach Spanien, Griechenland und Italien – die im Epizentrum der Krise liegen. Doch wenn wir hinter die Kulissen schauen, dann ergibt sich auch für Deutschland ein anderes Bild.

Den Konzernen und Aktionären geht es gut

Allein im dritten Quartal diesen Jahres erwirtschafteten die 30 DAX Konzerne 295 Milliarden Euro Umsatz, rund 11 % mehr als im Vorjahr. Doch trotz dieses Rekordumsatzes jammern die Unternehmen, denn die Gewinne sind auf „läppische“ 16,2 Milliarden zusammengeschrumpft. Diesen Rückgang schieben sie auf die Krise in den südeuropäischen Ländern, die schrumpfenden Absatzmärkte und die angeblich zu hohen Lohnkosten in Deutschland. Der Gewinnrückgang wird sie aber nicht daran hindern, ihren Aktionären eine Freude zu machen. Die Aktionäre der 30 Dax-Unternehmen haben dieses Jahr schon 27,82 Milliarden Euro eingesackt, 1,4 Mrd. mehr als 2011.

Weil das den Konzernen aber noch nicht genug ist, müssen sie weiter optimieren und sparen. Was heißt das? „Überflüssige“ und „teure“ Arbeiter sollen entlassen werden und die, die bleiben, sollen mehr und härter arbeiten, das Ganze am besten noch für weniger Lohn.

Die Pläne der Unternehmer – wir sollen zahlen

Die meisten großen Unternehmen planen für die nächsten Monate und Jahre massive Einsparungen und Stellenstreichungen. Ihre Begründung - das Jahr 2013 wird konjunkturell angeblich sehr hart. Das sagen sie aber schon seit dem Krisenbeginn 2007 und jedes Jahr erwirtschafteten sie weiterhin riesige Summen.

Schon jetzt schicken Firmen wie Bosch, Thyssen- Krupp, Opel und Infineon ihrer Mitarbeiter in Kurzarbeit und lassen sich die Gehälter der Arbeiter vom Staat bezahlen.

Allein in den letzten Wochen wurden Entlassungen von mehr als 50.000 Arbeitern angekündigt. Firmen wie die Commerzbank, E.ON, Lufthansa, Bayer, Siemens und die Deutsche Bank sind nur einige von denen, die entlassen wollen. Sie alle haben in den letzten Jahren, durch unsere Arbeitskraft Milliarden Gewinne erwirtschaftet und werden es auch weiterhin tun.

Die Autoindustriearbeiter in Europa soll es mit am härtesten treffen. 115.000 Arbeitsplätze stehen europaweit auf dem Spiel. Das entspricht circa dem Arbeitskräftebedarf von 70 Auto- und Zulieferbetrieben. Die Europäische Union tut das, was sie am besten kann, über einen Rettungsschirm diskutieren. Damit auch in Zukunft die Gewinne von Mercedes, Peugeot und Fiat hoch bleiben, wird überlegt, den Autokonzernen 80 Milliarden Euro in den Rachen zu schmeißen. Mit diesem Geld sollen ganz bestimmt nicht die Arbeitsplätze gerettet werden.

Und was gibt es für uns? Nur mickrige Wahlgeschenke. Uns erlässt man ab 2013 die Praxisgebühr. Damit wir, mit unseren kaputten - nun arbeitslosen - Körpern, keine 10€ mehr beim Arzt bezahlen müssen. Die Politik der Unternehmen zielt letztendlich darauf ab, ihre Gewinne auf unserem Rücken zu erhalten, oder sogar noch zu steigern. Damit sie damit nicht durchkommen, müssen wir ein Verbot von Entlassungen und die Offenlegung der Geschäftsbücher durchsetzen, damit sie uns mit ihren angeblichen Gewinn- und Verlustrechnungen nicht mehr hinters Licht führen können. Schließlich sehen wir anhand der Umsätze und Gewinne, dass genug Geld existiert, damit es allen gut gehen könnte.

Widerstand in Europa

Wie schon erwähnt herrschen im sogenannten Zentrum der Krise ganz ähnliche Probleme. Auch beispielsweise in Spanien und Italien gibt es weiterhin Konzerne, die Milliarden Gewinne einfahren, Arbeiter entlassen und Geld vom Staat in Form von Rettungspaketen und Subventionen einkassieren.

Doch der Widerstand gegen diese Politik der Herrschenden wächst. In Spanien, Portugal, Belgien, Italien und Griechenland kam es im Laufe des Jahres zu mehreren großen Streiks, an denen sich Millionen Menschen beteiligten.


Marx
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