Revolutionär Sozialistische Organisation

Gewerkschaften, Arbeiterdemokratie und Streikkomitees

Dienstag 15. Januar 2008

In vielen Arbeitskämpfen und Streiks der letzten Zeit hat sich gezeigt, dass die Gewerkschaften längst nicht immer die Interessen der Arbeitenden, beziehungsweise den Willen der Streikenden vertreten. So hat zum Beispiel die Streikleitung der IG Metall den Streik gegen die Schließung des Berliner Waschmaschinenwerks von Bosch Siemens Hausgeräte im Oktober 2006 gegen den Willen der großen Mehrheit der Streikenden beendet. Im Jahr 2007 wurden der Kampf gegen die Auslagerung und Schlechterstellung von Zehntausenden Beschäftigten der Telekom oder die Streiks in der Einzelhandelstarifrunde gegen eine massive Kürzung der Schichtzulagen von der ver.di-Spitze mehr als zögerlich geführt – mit fatalen Auswirkungen. Auch im aktuellen Konflikt des Fahrpersonals mit der Deutschen Bahn verschleppt die GDL-Führung einen möglichen und notwendigen Streik von Monat zu Monat, ohne dass die Mitglieder über den Fortgang der Verhandlungen auch nur informiert werden, ganz zu schweigen vom Verhalten der anderen Eisenbahngewerkschaften Transnet und GDBA.

Wie kommt es, dass die Gewerkschaftsführungen, die doch vorgeben, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten, so wenig tun, um gegen die immer massiveren Angriffe der Unternehmer und der Regierung zu mobilisieren? Viele Arbeitende, die sich heutzutage für ihre Interessen einsetzen wollen und beginnen, sich zur Wehr zu setzen, müssen entdecken, dass ihre Gewerkschaftsführung kein Verbündeter, sondern ebenfalls ein Hindernis im Kampf ist. Wie konnte es dazu kommen? Und was kann man dem entgegensetzen?

Januar 2008


Broschüre zu Gewerkschaften, Arbeiterdemokratie und Streikkomitees

Marx
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