Revolutionär Sozialistische Organisation

Die „Unabhängigkeit“ der Kolonie Kosovo

Montag 17. März 2008

Als am 16. Februar 2008 die Regierung des Kosovo ihre Unabhängigkeit von Serbien erklärte, löste das eine neue Welle nationalistischen Hasses auf dem Balkan aus. Seit langem streiten sich serbische und albanische Nationalisten um das Kosovo, das bis 1999 von Serbien beherrscht wurde und bis vor einem Monat noch offiziell zu Serbien gehörte. Der Konflikt eskalierte, als in den 90er Jahren serbische Politiker mit nationalistischer Hetze von den sozialen Problemen im eigenen Land ablenkten und die nationale Unterdrückung der Kosovo-Albaner verschärften. Die NATO-Staaten und vor allem Deutschland hatten die Aufspaltung des ehemaligen Jugoslawiens entlang nationalistischer Grenzen von Anfang an unterstützt und tragen damit eine große Verantwortung für die blutigen Bürgerkriege in der Region. 1999 führte die NATO Krieg gegen Serbien und besetzte das Kosovo. Während die Amerikaner dort die größte Militärbasis Südeuropas aufbauten, übernahm die EU den Aufbau der Verwaltung. Das Land, das sich „parlamentarische Republik“ nennt, wird von mafiösen Stammesstrukturen beherrscht. Die Hälfte der Bevölkerung ist unter 25 und die Arbeitslosigkeit liegt weit über 40 %. Dieses Elend ist ein soziales Pulverfass und lässt alle Formen der Kriminalität bis hin zu Menschenhandel und Zwangsprostitution erblühen. Die staatliche „Unabhängigkeit“ wurde nun vom Westen auch deshalb unterstützt, um die Bevölkerung von ihren sozialen Problemen abzulenken. „Unabhängig“ ist die neue Regierung allerdings vorallem gegenüber der eigenen Bevölkerung. Faktisch bleibt Kosovo nach wie vor eine Kolonie. Fast 2000 EU-Beamten sollen weiter den „Rechtsstaat“ aufbauen (mit welchen Ergebnissen hat man in den letzten 9 Jahren gesehen!). Auch die 16.000 NATO-Soldaten bleiben im Land. Eine westliche Kolonie kann die sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Bevölkerung des Kosovo nicht lösen. Die kosovarische Arbeiterklasse wird ihre wirkliche Unabhängigkeit, die Unabhängigkeit von Elend und Ausbeutung, erst erkämpfen müssen. Dabei muss der nationalistische Hass überwunden werden, denn die Arbeitenden auf dem Balkan haben in Wirklichkeit gemeinsame Interessen und gemeinsame Gegner: Ihre eigenen korrupten Machthaber und den diese unterstützenden westlichen Imperialismus.


Marx
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